Hamburg, 12.12.2008 – „Die notwendigen Mittel für eine Verbesserung der fachärztlichen Medizin sind ausgeblieben“ stellt Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Deutschland, fest.
„Wartelistenmedizin und weniger Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten werden die Folge der von der Regierung zu verantwortenden Reform sein. Die angebliche Erhöhung um 2,7 Milliarden fließt in die neuen Bundesländer. „Damit geht es den Patienten und Ärzten dort nicht mehr schlechter, aber immer noch genauso schlecht wie Patienten und Ärzten in den alten Bundesländern.“ erklärt Dr. Heinrich.
Die Aufrichtung einer gebrochenen Nase gibt es nach der neuen Euro-Gebührenordnung schon für € 12,77. Jeder Friseur, jeder Handwerker, von akademischen Berufen ganz zu schweigen, wird besser vergütet. Die den niedergelassenen HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzten zugestandenen Entgelte sind respektlos. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich mit diesen Dumpingpreisen selbst ein Ende.
In Rheinland-Pfalz werden mit € 24,00 pro Patient und Quartal die niedrigsten Entgelte für die Behandlung in der Praxis von den Krankenkassen bezahlt. Damit lässt sich keine hochqualitative Medizin erbringen, auch nicht das medizinisch Notwendigste. Investitionen werden unmöglich. Personal- und technikintensive Leistungen werden sehr stark rationiert werden. „Wir HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzte fühlen uns von Politik und Krankenkassen betrogen. Wir sind nicht mehr bereit, Leistungen über das bezahlte Maß hinaus zu erbringen.
WARTELISTEN ungeahnten Ausmaßes werden die Folgen sein. Willkommen in England!“
Dr. med. Dirk Heinrich
1. Vorsitzender
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte