Ausgabe 4/2021 ·

Heuschnupfen-Prävalenz hängt von Wohnort ab

Mädchen sitzt auf einer Blumenwiese und putzt sich die Nase
Kinder auf dem Land sind häufiger von Heuschnupfen betroffen photophonie - stock.adobe.com

Menschen, die in städtischen Umgebungen leben, erkranken häufiger an Heuschnupfen als Bewohner ländlicher Regionen. Eine Ausnahme bilden Kinder bis zu 14 Jahren. Hier verhält es sich genau umgekehrt, wie der Versorgungsatlas zur Verbreitung von Heuschnupfen in Deutschland zeigt.

Ziel der Untersuchung war es, mögliche Unterschiede zwischen den städtischen und ländlichen Regionen als auch altersgruppenspezifische Entwicklungen in Bezug auf Heuschnupfen zu erfassen, teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versor­gung (Zi) mit, das den Versorgungsatlas herausgibt. Für die Studie wurden Abrechnungsdaten verschiedener Krankenkassen aus den Jahren 2010 bis 2019 herangezogen. Im Studienzeitraum stieg die Krankheitshäufigkeit in der Gesamtbevölkerung von 6,1 Prozent auf 7,1 Prozent an. Dies entspricht einer Zunahme von 15 Prozent. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei den 0- bis 10-Jährigen ein deutlicher Rückgang der Prävalenz im Zeitverlauf von 4,1 auf 3,0 Prozent.

Höhere Urbanität begünstigt Heuschnupfen

Erwachsene in dünn besiedelten ländlichen Kreisen waren 2019 am seltensten von Heuschnupfen betroffen (6,6 Prozent). Es folgten ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen und städtische Kreise. Am höchsten war die Prävalenz in kreisfreien Großstädten mit 7,8 Prozent. Für die Mehrheit der Altersgruppen gilt also: Je höher der Urbanitätsgrad, desto mehr Heuschnupfen-Erkrankte. Nur bei den 0- bis 14-Jährigen wurde das genaue Gegenteil beobachtet. Bei ihnen zeigten sich in kreisfreien Großstädten die niedrigsten Werte (4,3 Prozent) und in dünn besiedelten ländlichen Kreisen die höchsten Wert (4,6 Prozent).

Das Zi schlussfolgert: „Ein zeitstabiles Stadt-Land-Gefälle unterstreicht eine wesentliche Bedeutung von Umwelteinflüssen, die im Kontext des Urbanitätsgrades des Wohnortes liegen. Gegensätzliche Prävalenztrends und deutliche Unterschiede der regionalen Variationen zwischen Kindern und Erwachsenen weisen auf altersabhängig unterschiedliche dominierende Risikofaktoren für das Auftreten eines Heuschnupfens hin.“ Die Zunahme von diagnostizierten Heuschnupfen-Erkrankungen insgesamt kennzeichne „ansteigende Anforderungen an das medizinische Versorgungssystem“.

Ansprechpartnerin

Dr. Kerstin Zeise

Landesvorsitzende Berlin


Kaiserdamm 26
14057 Berlin

(0 30) 3 22 22 60

(0 30) 30 30 87 75

E-Mail senden

Autorin

Julia Bathelt


Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Chausseestr. 119
10115 Berlin

E-Mail senden

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. vertritt die ideellen und wirtschaftlichen Interessen der HNO-Ärztinnen und -Ärzte in Praxis und Klinik. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen die fachliche Beratung von ärztlichen Organisationen, wie Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen sowie von Politik und anderen öffentlichen Einrichtungen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder bei allen beruflichen Belangen und fördert mit der Organisation eigener Fortbildungsveranstaltungen den Wissenserwerb seiner Mitglieder.

Weitere Artikel dieser Ausgabe