Ausgabe 5/2021 ·

Medizinstudierende fordern Ernährungswende

Krankenhausessen auf einem Tablett
Das Essen im Krankenhaus lässt häufig zu wünschen übrig Kzenon - adobe.stock.com

Eine gesunde und nachhaltige Ernährungswende fordert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) in ihrem neuen Positionspapier. Ungesunde Ernährung und ein nicht nachhaltiges Ernährungssystem seien eine zunehmende Bedrohung für die individuelle, öffentliche und planetare Gesundheit, so der Verband.

Die bvmd beklagt, dass es einen Mangel an präventiven Maßnahmen, einer adäquaten Einbindung von Ernährungstherapie in die Behandlung relevanter Erkrankungen und der Ausbildung im Medizinstudium gebe. Dabei habe Ernährung einen direkten und indirekten Einfluss auf die menschliche Gesundheit und stelle einen wesentlichen modifizierbaren Risikofaktor für Erkrankungen dar. Die Medizinstudierenden fordern deshalb

  • die Stärkung der Ernährungsbildung im Medizinstudium und der Allgemeinbevölkerung,
  • die Implementierung eines neuen gestaffelten Mehrwertsteuersystems,
  • die verpflichtende Umsetzung von DGE-Qualitätsstandards in Gemeinschaftseinrichtungen,
  • ein Verbot von Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel und
  • die Reduktion von Konsum und Herstellung tierischer Produkte.

Die bvmd plädiert zudem für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei der Herstellung von Lebensmitteln. Die Ernährung bedrohe durch ihren substanziellen Beitrag zu Klimakrise, Biodiversitätsverlust und Ressourcenverknappung auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen, die Voraussetzung für gesundes Leben seien. Es bestehe Handlungsbedarf bei der Anwendung nachhaltiger Methoden zur Lebensmittelproduktion. Überdies müsste die Lebensmittelverschwendung reduziert und die Agrarflächenerschließung begrenzt werden, so die Forderung.

Die Studierenden warnen in ihrem Positionspapier auch vor der Gefahr durch Zoonosen. So stünden die intensivierte Nutztierhaltung und der hohe Fleischkonsum im direkten Zusammenhang mit dem Anstieg von Antibiotikaresistenzen und dem erhöhten Risiko von Tierseuchen, Zoonosen und Pandemien.

Das Positionspapier kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden. 

Ansprechpartnerin

Dr. Kerstin Zeise

Landesvorsitzende Berlin


Kaiserdamm 26
14057 Berlin

(0 30) 3 22 22 60

(0 30) 30 30 87 75

E-Mail senden

Autorin

Julia Bathelt


Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Chausseestr. 119
10115 Berlin

E-Mail senden

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. vertritt die ideellen und wirtschaftlichen Interessen der HNO-Ärztinnen und -Ärzte in Praxis und Klinik. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen die fachliche Beratung von ärztlichen Organisationen, wie Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen sowie von Politik und anderen öffentlichen Einrichtungen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder bei allen beruflichen Belangen und fördert mit der Organisation eigener Fortbildungsveranstaltungen den Wissenserwerb seiner Mitglieder.

Weitere Artikel dieser Ausgabe