Presse

HNO-technische Assistenz – Erfolgreiches Weiterbildungsprogramm für Arzthelferinnen wird fortgesetzt


MFA in der HNO-Praxis - Neue Herausforderungen für Praxisangestellte (© axentis/Lopata)
Mannheim , 11.10.2016 - Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte setzt sein Programm zur Weiterbildung Medizinischer Fachangesteller (MFA) und Arzthelferinnen zu HNO-technischen Assistenten beim diesjährigen Fortbildungskongress in Mannheim fort. Hintergrund für die Zusatzausbildung sind die steigenden Anforderungen in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Klinik und Praxis. Aufgrund der demografischen Entwicklung mit einem wachsenden Behandlungsbedarf, dem medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt und der Herausbildung größerer spezialisierter Praxen steigt der Bedarf an hochqualifiziertem Praxispersonal.

„In Kliniken und Praxen ist eine qualifizierte ärztliche Berufsausübung in unserem Fachgebiet Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ohne Medizinische Fachangestellte bzw. Arzthelferinnen nicht denkbar“, erläutert Dr. Jan Löhler vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Denn schon heute werde auf hohem Niveau ausgebildet. Dr. Löhler: „Die derzeitige Ausbildungsverordnung für Medizinische Fachangestellte bzw. Arzthelferinnen realisiert bereits die Ansprüche an eine moderne und anspruchsvolle Handlungskompetenz, die für die Ausübung des Berufs der Medizinischen Fachangestellten und Arzthelferinnen heute unumgänglich ist.“ Gleichwohl gebe es Entwicklungen, die spezielle Fähigkeiten in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde erfordern, konstatiert Dr. Löhler: Immer mehr ältere und chronisch kranke Patienten müssen versorgt werden. Der medizinisch-wissenschaftliche Fortschritt und die damit verbundenen technischen Entwicklungen schreiten voran. Aus Qualitätssicherung, Zertifizierung und Telematik ergeben sich neue Herausforderungen für die Praxisangestellten.

Die veränderten Rahmenbedingungen machen sich bereits heute im Praxisalltag bemerkbar, erläutert der im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt niedergelassene HNO-Arzt: „Erkrankungen des cochlear-vestibulären Systems sowie Tumorerkrankungen nehmen in der täglichen Praxis mehr und mehr Raum ein. Hinzu kommt eine riesige Anzahl bisher unversorgter und undiagnostizierter schwerhöriger Patienten in der Bevölkerung.“ Schätzungen zufolge seien 19 bis 27 Millionen Deutsche über dem 18. Lebensjahr betroffen, weiß Dr. Löhler, der auch Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für angewandte HNO-Heilkunde (WIAHNO) ist, zu berichten.

Aus diesen Gründen soll die HNO-ärztliche Versorgung in Deutschland in Praxen und Kliniken gestärkt werden. Hierzu wurde in Zusammenarbeit des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte mit der Bundesärztekammer ein Curriculum zur Weiterbildung Medizinischer Fachangestellter und Arzthelferinnen zur HNO-technischen Assistentin in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde entwickelt. Federführend war dabei Dr. Ellen Lundershausen, Vize-Präsidentin des HNO-Berufsverbandes und Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen. Die Weiterbildung umfasst 120 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs mit fachtheoretischem und fachpraktischem Unterricht sowie praktische Übungen. Vorausgesetzt wird eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten bzw. Arzthelferin sowie eine mindestens zweijährige Tätigkeit in der Hals-Nasen-Ohren-Praxis oder Funktionsabteilung einer Hals-Nasen-Ohren-Klinik.

Die vermittelten Inhalte richten sich nach den Bedürfnissen der modernen Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, erklärt Dr. Löhler: „Die einzelnen Module umfassen die Bereiche Kommunikation und Gesprächsführung, Wahrnehmung und Motivation, Medizinprodukteaufbereitung, Audiologie, Vestibularisdiagnostik, Allergologie, schlafbezogene Atmungsstörungen, OP-Assistenz und Praxisorganisation.“ Die MFA bzw. Arzthelferinnen sollen am Ende den HNO-Facharzt bei der Diagnostik und der Therapie wichtiger Krankheitsbilder unterstützen können. Das Angebot stoße auf großes Interesse bei den Mitarbeiterinnen, berichtet Dr. Löhler. „Während der jährlichen Veranstaltung der Deutschen Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Mannheim haben in den letzten Jahren 245 MFA an den Modulen für das Curriculum teilgenommen.“

-

Pressesprecher

Dr. Michael E. Deeg (© Lopata/axentis)

Dr. Michael E. Deeg

Fon: 07 61 / 27 24 95
Fax: 07 61 / 28 88 21
deeg@hno-aerzte.de

Pressekontakt

Thomas Hahn (© Lopata/axentis)

Thomas Hahn

Mobil: 0179/4698369
presse@hno-aerzte.de