Die Gründung des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte geht auf eine Anregung Professor Dr. Webers auf der Tagung der Gesellschaft für HNO-Ärzte in Bad Kissingen im Mai 1950 zurück. Die Forderung Webers damals: Die Gesellschaft möge sich bei der Schaffung der neuen Gebührenordnung für die Belange des HNO-Faches einsetzen.

Kurz darauf legte ein von Weber ins Leben gerufener Ausschuss einen Entwurf für eine Gebührenordnung vor, der von verschiedenen Stellen gebilligt wurde. Gleichzeitig wurde der Ausschuss mit der Gründung eines Wirtschaftsverbandes beauftragt, da sich die Gesellschaft nicht mit Wirtschaftsbelangen befassen konnte.

Die HNO-Gesellschaft kam dem Wunsch nach und bereitete die Gründung des Berufsverbandes vor. Bei einer Versammlung in Köln, zu der die Gesellschaft geladen hatte, gründete sich im Juli 1951 der "Berufsverband der deutschen HNO-Ärzte".

 

Der Verband formiert sich

Zum 1. Vorsitzenden wurde Dr. Reuter aus Koblenz gewählt. Auf Bitten der Fachgruppe der HNO-Ärzte im Verband der Sozialversicherungsärzte Berlin wurden die Berliner HNO-Ärzte bald dem westdeutschen HNO-Berufsverband angegliedert. Der Vorstand genehmigte die Einrichtung eines Büros in Koblenz und die Einstellung einer Sekretärin. Bereits im Dezember 1951 erschienen die ersten Mitteilungen des Berufsverbandes. Bei der ersten Hauptversammlung im Mai 1952 wurde die Satzung genehmigt.

Zweck und Aufgabe des Verbandes wurde es, jeden deutschen HNO-Arzt zu fördern und ihm in jeder Weise zu helfen sowie die Lage des gesamten Berufsstandes zu verbessern und die besonderen Belange des Faches in jeder Hinsicht wahrzunehmen. Hierfür stand der Berufsverband allen ärztlichen Organisationen, Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), Ausschüssen, Krankenhausträgern, Berufsgenossenschaften und Behörden jederzeit beratend zur Seite. Gleichzeitig forderte er, dass keine den Berufsstand betreffenden Fragen, insbesondere bei der KV und ihren Organisationen, zur Entscheidung kommen, bevor der Berufsverband gehört wurde.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 30,00 DM festgesetzt. Schnell wuchs die Gemeinschaft auf 650 Verbandsmitglieder. Damit war die nötige Mitgliederzahl aber noch nicht erreicht. Erst bei einer Mitgliederzahl von 950 HNO-Ärzten, diese Zahl entsprach drei Viertel der damals niedergelassenen HNO-Ärzten, konnte von einer tatsächlichen Berechtigung für eine berufspolitische Vertretung ausgegangen werden.

Der Ausbau des Verbandes erfolgte über die Obmänner, die in jedem KV-Bereich gewählt wurden. Es kam dem Vorstand besonders darauf an, über die Lage der Kollegen im Bereich jeder Bezirksstelle unterrichtet zu sein. Die Kollegen wurden zur Mitarbeit aufgefordert bei der Neuordnung der Sozialversicherung und der Neufestsetzung der Honorarverrechnung.

Erste Vorsitzende und Umbenennung

Der 1. Vorsitzende, Dr. Reuter, legte aus Altersgründen im Mai 1961 sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Dr. Mehring aus Düsseldorf. Die Schriftleitung für das HNO-Mitteilungsblatt übernahm Dr. Mölling aus Neustadt/Ostsee. Im Jahr 1968 stellte sich Dr. Mehring nicht für eine Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Dr. Hüsken aus Frankfurt wurde sein Nachfolger. Weitere 1. Vorsitzende waren San.-Rat Dr. Merbeck aus Koblenz von 1974 - 1988 und Professor Dr. Seifert aus Neumünster von 1988 bis 2000.

Im Jahr 1988 wurde aus dem Berufsverband der deutschen HNO-Ärzte der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte, um auch ausländischen HNO-Ärzten die Möglichkeit einer Mitgliedschaft zu geben. Das Verbandsorgan des Berufsverbandes erschien bis zum Jahr 1960 als Mitteilungsblatt im DIN A4-Format und von 1961 bis 1989 im DIN A5-Format. 1990 wurde das Format erneut umgestellt auf DIN A4 und umbenannt in "HNO-Mitteilungen".

Fortbildungsveranstaltungen

Die erste Fortbildungsveranstaltung fand im Herbst 1967 unter der Leitung von Dr. Mehring und Dr. Mölling im Essener "Haus der Technik" statt. Erster Dozentenkanzler war Professor Berendes. Den Mitgliedern wurden 35 Hauptvorträge angeboten. Seit 1968 wird die Fortbildungsveranstaltung begleitet von einer Industrieausstellung. Im Jahr 1969 wurden neben dem Hauptprogramm erstmals Kurse in das Programm aufgenommen; unter der Leitung von Dr. Wolff fand der "Einführungskurs in die Chirotherapie", unter der Leitung von Professor Niemeyer der "Audiologische Fortbildungskurs" statt. Nach 27 Jahren Fortbildung in Essen wurde fünf Jahre (1994-1998) in Hannover getagt. Seit 1999 findet die Veranstaltung in Mannheim statt.

Auf einen Blick: Präsidien in 18 Amtsperioden

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