
Die Wartezeiten bei den HNO-Kinderoperationen sind schon seit Jahren hoch. 71 Prozent der Kinder warten vier Monate oder länger auf einen OP-Termin. Hauptursache sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – mit fatalen Folgen.
Eine bundesweite Mitgliederbefragung des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO) zeigt, dass der Bedarf an HNO-Operationen bei Kindern – vor allem an Rachen- und Gaumenmandeln – unverändert hoch ist. Gleichzeitig sind die Wartezeiten auf einen Termin lang und immer mehr niedergelassene HNO-Ärztinnen und -Ärzte geben das ambulante Operieren aus wirtschaftlichen Gründen auf.
Unterversorgung zieht Probleme nach sich
Betroffen sind überwiegend kleine Kinder. Eine verzögerte Behandlung kann jedoch mit Atem- und Schlafstörungen, Hörminderungen sowie Beeinträchtigungen der Sprach- und weiteren kindlichen Entwicklung verbunden sein. Die Situation ist damit vergütungs- und versorgungspolitisch desaströs.
Hauptgründe für die Reduzierung oder Aufgabe der operativen Tätigkeit sind die unzureichende Vergütung sowie der eingeschränkte Zugang für niedergelassene HNO-Ärzte zu OP-Zentren oder Krankenhäusern. Bei der Bewertung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sind die HNO-Kinderoperationen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum oder gar nicht wirtschaftlich abbildbar. Die vergleichsweise kurze Operationszeit spiegelt den tatsächlichen Ressourcenaufwand nicht wider. Die Umfrage zeigt aber auch, dass 46 Prozent der Befragten ihre operative Tätigkeit bei einer besseren Vergütung wieder aufnehmen oder ausweiten würden.
Faire Vergütung – größeres OP-Angebot
Eine Verlagerung ambulant durchführbarer Eingriffe in die stationäre Versorgung ist weder versorgungspolitisch noch ökonomisch sinnvoll. Daher treten die HNO-Ärzte dafür ein, eine faire wirtschaftliche Lösung zu finden, die die ambulante HNO-Kinderchirurgie nicht zu einem Zuschussgeschäft für die Operateure werden lässt. Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung werden aufgerufen, kurzfristig eine auskömmliche und extrabudgetäre Vergütungslösung für diese Eingriffe zu vereinbaren. Parallel sollte eine dauerhafte Einbeziehung der entsprechenden HNO-Kinderoperationen in die sektorengleiche Vergütung nach § 115f SGB V zum nächstmöglichen Zeitpunkt geprüft und vorbereitet werden.
Der HNO-Berufsverband ruft zudem dazu auf, die Petition zum Erhalt der ambulanten HNO-Kinderchirurgie zu unterstützen und im eigenen Umfeld weiterzuverbreiten.
Machen Sie mit!
Unterschreiben Sie hier die Petition an Politiker und Krankenkassen und helfen Sie mit, die Verantwortlichen bei Politik und Krankenkassen wachzurütteln, damit Kinder auch in Zukunft noch schnell und nach höchsten medizinischen Standards operativ versorgt werden können.
Ansprechpersonen

Thomas Hahn
Leiter der Bundesgeschäftsstelle
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V.

Marcus Schüllermann
Referent Politik- und Gremienmanagement
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
Torstr. 177
10115 Berlin

