Ausgabe 02/2022 ·

Patientenbrief soll in der Regelversorgung etabliert werden

Arzt reicht einen Briefumschlag an einen Patienten
Patientenbriefe erhöhen die Therapietreue thodonal/Adobe Stock

Patientinnen und Patienten, die bei der Entlassung aus dem Krankenhaus einen sogenannten Patientenbrief mit leicht verständlichen Informationen erhalten, haben eine bessere Gesundheitskompetenz als Personen, die nur den Arztbrief für den Weiterbehandler bekommen. Der Innovationsausschuss des G-BA empfiehlt nun, dass Patientenbriefe Teil der Regelversorgung werden sollen.

Bereits seit elf Jahren übersetzt die Initiative „Was hab' ich?“ Arztbriefe für Patienten. Mittlerweile engagieren sich mehr als 160 Ärzte ehrenamtlich in dem Projekt. Ihre Intention ist es, durch die laienverständliche Übersetzung von Arztbriefen die Arzt-Patienten-Kommunikation, die Therapietreue und das Gesundheitsverhalten der Patienten zu verbessern.

Software erstellt Patientenbriefe

Mit dem Projekt PASTA erfolgte eine Weiterentwicklung: In einer Studie erhielten Patienten zusätzlich zum Arztbrief einen automatisiert erstellten Patientenbrief. Dadurch entstand kaum Mehraufwand für die Krankenhäuser, aber ein großer Mehrwert für die Patienten. Die von „Was hab' ich?“ entwickelte Software enthält Tausende von Textbausteinen, die entsprechend dem individuellen Krankheitsbild zusammengefügt werden.

Die Evaluation, in die Daten von mehr als 700 Patienten eingeflossen sind, habe erwiesen, dass die Patientenbriefe einen positiven Einfluss auf die Gesundheitskompetenz hätten, vor allem bei Älteren und chronisch Erkrankten, so der Innovationsausschuss. „Ziel ist es, automatisiert erstellte, laienverständliche Patientenbriefe im Entlassmanagement zu etablieren.“ Diese Entscheidung sei wegweisend und für ihre jahrelange Arbeit ein Höhepunkt, freut sich die Initiative „Was hab' ich „Wir werden alle beteiligten Organisationen nach Kräften bei der Umsetzung unterstützen, damit schon bald viele Patient:innen von Patientenbriefen profitieren können.“

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Autorin

Julia Bathelt


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Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. vertritt die ideellen und wirtschaftlichen Interessen der HNO-Ärztinnen und -Ärzte in Praxis und Klinik. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen die fachliche Beratung von ärztlichen Organisationen, wie Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen sowie von Politik und anderen öffentlichen Einrichtungen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder bei allen beruflichen Belangen und fördert mit der Organisation eigener Fortbildungsveranstaltungen den Wissenserwerb seiner Mitglieder.

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